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Dokumentarfilme im Fokus

Dokumentarfilme im Fokus
23. Januar 2018 Filmszene

Dokumentarfilme im Fokus

Am 26. Januar startet die 20. Ausgabe des Dokumentarfilmfests „Stranger than Fiction“: in Köln sowie an 8 weiteren Orten in NRW werden nationale und internationale Dokumentarfilme präsentiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sektion „Dokumentarfilme aus NRW“, die von Corinna Belz eröffnet wird. Nach ihren Künstlerporträts über Gerhard Richter und Peter Handke widmet sie sich in ihrem neuen Werk „Kunst keine Kunst“ dem renommierten Düsseldorfer Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann. Auch Nachwuchsregisseur_innen wird hier eine Plattform geboten: im Kurzfilmprogramm werden zwei mittellange Produktionen der ifs und der KHM in Anwesenheit der Filmemacher vorgestellt. Luise Brinkmann und Mathis Hanspach feiern mit „I sleep in the River’s Bed“ über ein Dorf im vietnamesischen Urwald ihre Festivalpremiere und Florian Kunert wurde für seine indonesische Filmreise „Oh Brother Octopus“ kürzlich mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet. Das Festival spiegelt mit seiner großen thematischen Bandbreite die wachsende Dokumentarfilmszene NRWs und trägt damit dem zunehmend wichtigeren Stellenwert des dokumentarischen Filmschaffens hierzulande Rechnung.

Mehr Aufmerksamkeit für den Dokumentarfilm zu schaffen, das ist auch das erklärte Ziel der neuen Online-Plattform des Kölner Dokumentarfilm-Kollektivs DOKOMOTIVE. Einmal pro Monat wird ab sofort unter dem Link: plattform.dokomotive.com ein Dokumentarfilm präsentiert, der zudem von einem Special Screening begleitet wird. Das nächste Event findet bereits am 25.1. statt: Der Film „Ruina“ von Markus Lenz über eine besetzte Bauruine in Caracas wird in einer Tiefgarage in Köln-Ehrenfeld gezeigt.
https://plattform.dokomotive.com/event/event-2/
Das Herz der Plattform bildet spezielles Diskurs-Material: kleine Beiträge, in denen die Filmemacher selbst zu Wort kommen und Mitglieder des Kollektivs sich mit dem Film individuell auseinandersetzen. Damit will das Kollektiv neue Brücken zwischen Filmemachern und Publikum schaffen und auch neue Zuschauer generieren.
Im Monat April wird dann „Mister Universum“ von Berta Valin Escofet und Stefan Höh auf der Plattform eingestellt, der zuvor auch bei „Stranger than Fiction“ zu sehen ist. Der Film porträtiert den ehemaligen Weltmeister im Bodybuilding Werner Höh, der am Tiefpunkt seines Lebens ein Comeback wagt. Berührend, aber nie sentimental berichtet der Film auch von der drohenden Zwangsversteigerung des Familienheims. Ein feinfühliges Werk über den Kampf um die eigene Würde.
Da für viele Filme die Festivalauswertung oft die einzige öffentliche Aufführung ist, erhofft sich das Kollektiv durch die online-Präsentation eine Erhöhung der Aufmerksamkeit für ihre Filme. Wir wünschen dabei viel Erfolg!

Sonja Hofmann

(Foto: Mister Universum)

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